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Prinz Eugen von Savoyen


Biographie des Prinz Eugen von Savoyen

Prinz Eugen von Savoyen  (1663–1736) prägte nicht nur die Politik, sondern auch die Kunst- und Kulturgeschichte Österreichs nachhaltig.  Als Feldherr und Diplomat reiste er quer durch Europa und pflegte Kontakte zu Persönlichkeiten mit Rang und Namen. In den repräsentativen Räumlichkeiten seiner Paläste Belvedere und Winterpalais herrschte internationaler Austausch in politischer, kultureller, aber auch künstlerischer Hinsicht. Ein Netzwerk von Agenten und Freunden ermöglichten Prinz Eugen den Aufbau einer Sammlung von Gemälden holländischer, italienischer und französischer Meister. Auch kostbare Handschriften, asiatische Stoffe, chinesisches Porzellan, Tiere und Pflanzen aus mehreren Kontinenten befanden sich in seinem Besitz.

1663
18. Oktober: Geburt von Prinz Eugen Franz von Savoyen-Carignan in Paris als fünftes von sieben Kindern. Eltern: Moritz von Savoyen-Carignan und Olympia Mancini.

1673
Tod des Vaters nach kurzer Erkrankung unter nie restlos geklärten Umständen.

1683
Nach der Ablehnung der Aufnahme in das Heer von Ludwig XIV. Flucht aus Frankreich und Eintritt in die Armee von Kaiser Leopold I. Teilnahme am Entsatz von Wien in der Schlacht am Kahlenberg (12. September). Carlo Emanuele d’Este, Marchese di Borgomanero, nimmt Eugen in sein Haus auf und führt ihn am Hof Leopolds I. ein.

1688
Ernennung zum Feldmarschall-Leutnant. Prinz Eugen wird Laienabt von zwei Abteien in Savoyen, was hohe Einnahmen, aber auch die Verpflichtung zum Zölibat mit sich bringt.

1693
Ernennung zum kaiserlichen Feldmarschall.

1694/95
Ankauf von ersten Gebäuden in der Himmelpfortgasse. Neben der nun einsetzenden regen Bautätigkeit legt Prinz Eugen im weiteren Verlauf seines Lebens bedeutende Sammlungen von Gemälden, Büchern, Kupferstichen, aber auch Pflanzen sowie einen Zoo an.

1697
Ernennung zum Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres in Ungarn (5. Juli). Die Schlacht bei Zenta (11. September) bringt Prinz Eugen seinen ersten großen Erfolg als Kommandierender. Zahlreiche weitere geglückte militärische Operationen sorgen in der Folge für seinen Ruhm als Feldherr. Erwerbung eines großen Grundstücks am Rennweg, das nach und nach durch mehrere Ankäufe erweitert wird.

1701
Beginn des Spanischen Erbfolgekrieg, in dessen Verlauf Prinz Eugen viel Ruhm und Ehre zu Teil wird.

1703
Ernennung zum Präsidenten des Hofkriegsrates.

1704
Die Schlacht bei Höchstädt (13. August) führt zu einer Koalition mit den Engländern, in weiterer Folge zur Freundschaft zwischen dem Herzog von Marlborough und Prinz Eugen. Terrassierungsarbeiten auf dem Areal des Belvedere.

1706
Entsatz Turins von den Franzosen..

1708
Baubeginn der Erweiterung des Palais in der Himmelpfortgasse um fünf Achsen Richtung Osten (Galerietrakt).

1712
Baubeginn Unteres Belvedere.
1714
Mit dem Frieden von Rastatt (6. März) findet der Spanische Erbfolgekrieg sein Ende.

1716
Ernennung zum Statthalter in den Österreichischen Niederlanden (bis 1724). Schlacht bei Peterwardein (5. August) im Rahmen des Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieges.

1717
Schlacht von Belgrad mit einem Überraschungsangriff durch Prinz Eugen in der Nacht auf den 16. August. Fertigstellung des Unteren und Baubeginn des Oberen Belvedere.

1718
Mit dem Frieden von Passarowitz (21. Juli) endet nicht nur der Venezianisch-Österreichische Türkenkrieg, sondern durch dessen enormen sicherheitspolitischen Charakter die Bedrohung von osmanischer Seite überhaupt.

1723
Fertigstellung des Oberen Belvedere, Erweiterung des Palais in der Himmelpfortgasse um fünf Achsen Richtung Westen (Bibliothekstrakt).

1724
Ernennung zum Generalvikar der österreichischen Besitzungen in Italien.

1725
Prinz Eugen erwirbt Schloss Hof.

1731
Start des zehnbändigen Belvedere-Stichwerks nach Zeichnungen von Salomon Kleiner. Als ergänzender Band wird 1734 das sogenannte Menageriewerk veröffentlicht, eine Dokumentation der Tiere und auch Pflanzen im Garten des Belvedere.

1734
Der 70-jährige Feldherr übernimmt im Frühjahr auf Drängen von Kaiser Karl VI. den Oberbefehl über die Rheinarmee im Polnischen Erbfolgekrieg.

1736
Prinz Eugen stirbt in der Nacht auf den 21. April in seinem Palais in der Himmelpfortgasse. Die prunkvollen Begräbnisfeierlichkeiten finden am 9. Juli im Stephansdom statt, wo Eugen in der sogenannten Savoyergruft beigesetzt ist.